Tag 7
Vertrauen trotz Unsicherheit
4 In Gott will ich rühmen sein Wort; auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; was kann Fleisch mir antun?
Psalmen 56,4 – „4 In Gott will ich rühmen sein Wort; auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; was kann Fleisch mir antun?"
Botschaft
Unsicherheit trifft zwei Menschen selten auf dieselbe Weise. Einer von euch sucht vielleicht nach weiteren Informationen, rechnet Möglichkeiten durch und möchte erst handeln, wenn möglichst viele Risiken geklärt sind. Der andere spürt möglicherweise stärker, dass irgendwann eine Entscheidung nötig wird, obwohl noch Fragen offen sind. Beides kann aus Verantwortungsbewusstsein entstehen – und trotzdem Spannung erzeugen.
Schwierig wird es, wenn die eigene Art, mit Unsicherheit umzugehen, unbemerkt zum Maßstab für den anderen wird. Dann kann Vorsicht wie mangelndes Vertrauen wirken oder Entschlossenheit wie Leichtsinn. Dabei muss eure Unterschiedlichkeit nicht bedeuten, dass einer von euch Gott weniger vertraut.
Unter der Oberfläche steht oft dieselbe Sehnsucht: Ihr möchtet keinen falschen Weg einschlagen und nichts Wichtiges übersehen. Doch Vertrauen beginnt nicht erst dort, wo keine Angst mehr vorhanden ist. Es darf gerade dort wachsen, wo ihr eure Unsicherheit ehrlich wahrnehmt, ohne euch von ihr gegeneinander treiben zu lassen.
Anwendung
Unsicherheit wird nicht kleiner, indem ihr jede Möglichkeit endlos durchdenkt. Hilfreicher ist es, gemeinsam zu unterscheiden, was heute tatsächlich in eurer Verantwortung liegt und was ihr Gott überlassen müsst.
Benennt die konkrete Zukunftsfrage, die euch beschäftigt, und trennt dabei zwischen dem, was ihr beeinflussen könnt, und dem, was außerhalb eurer Kontrolle liegt.
Fragt euch gemeinsam: Welcher nächste Schritt ist nach allem, was wir heute wissen, verantwortbar und treu?
Wenn ihr unterschiedlich empfindet, versucht nicht zuerst, den anderen von eurem Tempo zu überzeugen. Hört einander ausreden und nehmt ernst, welche Sorge oder Hoffnung hinter der jeweiligen Sicht steht.
Ihr braucht nicht den gesamten Weg zu kennen. Für heute genügt es, den nächsten Schritt bewusst vor Gott zu gehen.
Gebet
Vater im Himmel, du kennst die Fragen, auf die wir heute noch keine Antwort haben. Du siehst die Wege vor uns, die wir selbst nur teilweise überblicken können. Danke, dass wir unsere Unsicherheit nicht verbergen müssen und auch mit unserer Angst zu dir kommen dürfen.
Schenke uns Weisheit für das, was wir entscheiden müssen, Geduld für das, was noch warten darf, und Vertrauen für alles, was unserer Kontrolle entzogen ist. Hilf uns, einander zuzuhören, ohne die eigene Art mit Unsicherheit umzugehen zum Maßstab für den anderen zu machen. Bewahre uns davor, aus Angst vorschnell zu handeln oder aus dem Wunsch nach völliger Sicherheit notwendige Schritte immer weiter hinauszuschieben.
Lehre uns, treu mit dem Licht zu gehen, das du uns heute gibst, und das Morgen in deine Hände zu legen. Lass unser Vertrauen tiefer sein als unsere Furcht und unsere gemeinsame Hoffnung fester als das, was wir noch nicht wissen.
Amen.