Tag 6
Dankbarkeit im Alltag
18 Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.
1. Thessalonicher 5,18 – „18 Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch."
Botschaft
Dankbarkeit kann gerade in einer vertrauten Beziehung leiser werden. Nicht unbedingt, weil ihr einander weniger schätzt, sondern weil vieles, was regelmäßig geschieht, irgendwann nicht mehr besonders auffällt. Was der andere beiträgt, wird Teil des normalen Tagesablaufs. Gleichzeitig fallen unerledigte Dinge, enttäuschte Erwartungen oder kleine Reibungen oft schneller ins Auge.
Dabei kann jeder von euch den gemeinsamen Alltag anders wahrnehmen. Einer empfindet vielleicht vieles als selbstverständlich, während der andere sich danach sehnt, dass sein Einsatz überhaupt bemerkt wird. Manchmal entsteht daraus keine offene Auseinandersetzung, sondern nur eine stille Gewöhnung: Gutes wird vorausgesetzt, während Fehlendes deutlich registriert wird.
Dankbarkeit beginnt deshalb nicht erst dann, wenn alles leicht und harmonisch ist. Sie beginnt mit einem aufmerksamen Blick. Nicht um Belastendes zu verdrängen, sondern um neben dem Schwierigen auch das Gute wieder wahrzunehmen, das Gott euch durch den anderen und mitten im gewöhnlichen Leben schenkt.
Anwendung
Macht Dankbarkeit heute hörbar. Nicht als allgemeines „Danke für alles“, sondern so konkret, dass der andere erkennen kann, was ihr wirklich wahrgenommen habt.
Nennt euch gegenseitig jeweils eine konkrete Sache, für die ihr dem anderen heute dankbar seid. Sagt nicht nur, dass ihr dankbar seid, sondern auch, warum euch diese Handlung, Haltung oder Aufmerksamkeit gutgetan hat.
Achtet in den nächsten Tagen bewusst auf etwas Gewöhnliches, das der andere regelmäßig beiträgt und das leicht selbstverständlich geworden ist. Sprecht euren Dank möglichst in dem Moment aus, in dem ihr es wahrnehmt.
Wenn gerade etwas Belastendes zwischen euch steht, müsst ihr es nicht übergehen. Trennt beides voneinander: Benennt ehrlich, was schwierig ist, und lasst zugleich dem Guten Raum, das trotzdem vorhanden ist.
Gebet
Vater im Himmel, wir danken dir für alles Gute, das du uns schenkst – auch für vieles, das im Alltag so vertraut geworden ist, dass wir es kaum noch bewusst wahrnehmen. Öffne unsere Augen für deine Güte und hilf uns, deine Gaben nicht als selbstverständlich zu betrachten.
Lehre uns, auch das Gute im anderen wieder neu zu sehen. Schenke uns Aufmerksamkeit für kleine Gesten, verlässliche Hilfe, Geduld, Fürsorge und all das, was unser gemeinsames Leben trägt. Gib uns den Mut und die Herzlichkeit, unseren Dank nicht nur zu denken, sondern ihn auch auszusprechen.
Bewahre uns zugleich davor, Schwierigkeiten schönzureden. Hilf uns, ehrlich mit dem umzugehen, was belastet, und dennoch nicht zu übersehen, was du uns mitten darin schenkst. Lass Dankbarkeit in unseren Herzen wachsen und unseren gemeinsamen Alltag prägen.
In Jesu Namen. Amen.