Tag 20
Gemeinsam Entscheidungen treffen
5 Wenn aber jemandem unter euch Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.
Jakobus 1,5 – „5 Wenn aber jemandem unter euch Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden."
Botschaft
Wenn ihr bei einer wichtigen Entscheidung verschieden denkt, bedeutet das nicht automatisch, dass einer von euch geistlicher, vernünftiger oder verantwortungsbewusster ist als der andere. Vielleicht sieht einer vor allem die Möglichkeiten, während der andere stärker wahrnimmt, was schiefgehen könnte. Einer möchte handeln, der andere braucht noch Zeit. Beides kann wertvolle Informationen enthalten – und beides kann zugleich von persönlichen Wünschen, Erfahrungen oder Befürchtungen mitgeprägt sein.
Schwierig wird es, wenn aus der unterschiedlichen Einschätzung ein Kampf um Zustimmung entsteht. Dann wird Zuhören leicht zu einem Warten auf die eigene Gelegenheit zu widersprechen, und Argumente dienen irgendwann mehr dem Gewinnen als dem gemeinsamen Prüfen. Besonders verletzend kann es werden, wenn geistliche Sprache zusätzlichen Druck erzeugt: „Wenn du Gott vertrauen würdest, würdest du zustimmen.“
Ihr müsst eure Unterschiede nicht überspielen, um gemeinsam vor Gott stehen zu können. Gerade weil keiner von euch alles überblickt, dürft ihr anerkennen, dass ihr beide Weisheit braucht.
Anwendung
Bevor ihr zu einem endgültigen Ja oder Nein kommt, schafft einen Rahmen, in dem nicht Überzeugungskraft, sondern gemeinsames Prüfen im Mittelpunkt steht.
Schreibt getrennt voneinander auf, welche Gründe, Chancen, Risiken und offenen Fragen ihr bei der Entscheidung seht. Tauscht euch anschließend darüber aus, ohne sofort zu bewerten oder zu widerlegen.
Formuliert danach gemeinsam, welche Informationen euch noch fehlen und ob ihr sachkundigen oder geistlich reifen Rat braucht.
Wenn einer von euch sich noch unter Druck gesetzt oder nicht ausreichend gehört fühlt, vertagt die Entscheidung, sofern das verantwortbar ist. Ein erzwungenes Einverständnis ist keine tragfähige gemeinsame Entscheidung.
Gebet
Herr, du siehst die Entscheidungen, die vor uns liegen, und du kennst auch das, was wir selbst noch nicht überblicken. Danke, dass wir mit unserer Unsicherheit zu dir kommen dürfen und dich um Weisheit bitten können.
Hilf uns, nicht nur nach Bestätigung für unsere eigenen Wünsche zu suchen. Gib uns die Bereitschaft, aufmerksam zuzuhören, ehrlich zu prüfen und auch die Sicht des anderen ernst zu nehmen. Bewahre uns davor, mit Druck, Ungeduld oder geistlichen Argumenten Zustimmung erzwingen zu wollen.
Zeige uns, welche Informationen wir noch brauchen, wann guter Rat hilfreich ist und wann es weise ist, mit einer Entscheidung noch zu warten. Wo wir unterschiedlich denken, schenke uns Achtung füreinander. Wo unser eigener Wille uns den Blick verengt, korrigiere uns.
Führe uns so, dass wir nicht danach fragen, wer sich durchsetzt, sondern danach, was vor dir wahr, verantwortlich und weise ist. Schenke uns Vertrauen für den nächsten Schritt, auch wenn wir nicht alles wissen können.
Amen.