Tag 18

Freude teilen

4 Freuet euch im Herrn allezeit; und abermal sage ich: Freuet euch!

Philipper 4,4 – „4 Freuet euch im Herrn allezeit; und abermal sage ich: Freuet euch!"

Botschaft

Freude wird in einer Ehe nicht immer gleichzeitig und auf dieselbe Weise erlebt. Einer von euch kann einen schönen Moment sofort genießen, während der andere gedanklich noch bei einer Sorge, einer offenen Entscheidung oder einer anstrengenden Woche ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass der eine undankbar oder der andere oberflächlich ist. Menschen tragen Belastungen unterschiedlich, und auch Freude findet verschiedene Ausdrucksformen.

Schwierig wird es, wenn aus dem Wunsch nach gemeinsamer Freude eine Erwartung entsteht: „Freu dich doch mit mir“ oder „Warum kannst du diesen Moment nicht einfach genießen?“ Dann kann sich der andere unter Druck gesetzt fühlen, etwas zeigen zu müssen, was innerlich gerade nicht da ist.

Gleichzeitig kann es geschehen, dass Sorgen so viel Raum bekommen, dass das Gute kaum noch wahrgenommen wird. Ihr dürft deshalb lernen, beides nebeneinander stehen zu lassen: ehrliche Belastung und echte Freude. Geteilte Freude bedeutet nicht, dass ihr immer gleich empfindet, sondern dass das Gute zwischen euch willkommen sein darf.

Anwendung

Gebt der Freude in eurem Alltag einen kleinen, konkreten Platz, ohne daraus eine Pflicht zur guten Stimmung zu machen.

  • Nennt euch heute jeweils einen Moment, über den ihr euch wirklich gefreut habt oder für den ihr dankbar seid. Hört einander zu, ohne die Antwort zu bewerten oder zu überbieten.

  • Wenn einer von euch etwas Schönes erlebt, versucht es nicht nur sachlich zur Kenntnis zu nehmen. Fragt nach, freut euch mit oder zeigt auf eure eigene Weise, dass euch die Freude des anderen wichtig ist.

  • Achtet in den nächsten Tagen bewusst auf kleine gute Momente, die im Alltag leicht untergehen. Nehmt sie wahr, dankt Gott dafür und teilt sie miteinander, ohne offene Sorgen verdrängen zu müssen.

Gebet

Vater im Himmel, wir danken dir für alles Gute, das du uns schenkst, auch für die kleinen Dinge, die im Alltag leicht übersehen werden. Hilf uns, Freude bewusst wahrzunehmen und miteinander zu teilen, ohne sie voneinander einzufordern.

Du kennst zugleich die Sorgen, Fragen und Belastungen, die jeder von uns trägt. Bewahre uns davor, Schmerz kleinzureden oder Fröhlichkeit vorspielen zu müssen. Lehre uns, ehrlich miteinander umzugehen und dem anderen Raum zu geben für das, was gerade wirklich da ist.

Vor allem bitten wir dich: Lass unsere Freude tiefer wurzeln als in guten Umständen. Richte unsere Herzen auf Christus und schenke uns die Gewissheit, dass deine Treue auch dann bleibt, wenn vieles noch ungeklärt ist. Hilf uns, miteinander dankbar zu leben und deine guten Gaben nicht achtlos vorübergehen zu lassen.

Amen.