Tag 17

Hoffnung für gemeinsame Träume

12 Seid fröhlich in Hoffnung, in Trübsal haltet stand, seid beharrlich im Gebet!

Römer 12,12 – „12 Seid fröhlich in Hoffnung, in Trübsal haltet stand, seid beharrlich im Gebet!"

Botschaft

Ein gemeinsamer Traum fühlt sich nicht für beide immer gleich an. Was für einen von euch noch mit Vorfreude verbunden ist, kann beim anderen inzwischen Müdigkeit, Unsicherheit oder Enttäuschung auslösen. Je länger sich etwas verzögert, desto schwerer kann es werden, offen darüber zu sprechen. Manchmal will einer die Hoffnung schützen und vermeidet deshalb Zweifel; der andere möchte sich vor neuer Enttäuschung schützen und wagt kaum noch, weiterzuhoffen.

Dadurch kann aus einem gemeinsamen Wunsch unbemerkt eine Spannung entstehen. Nicht unbedingt, weil ihr verschiedene Ziele habt, sondern weil ihr unterschiedlich mit dem Warten umgeht. Vielleicht braucht einer das Gespräch darüber, während der andere gerade Abstand davon braucht.

Beides muss nicht bedeuten, dass eure Verbundenheit schwächer geworden ist. Ihr dürft einander zugestehen, dass Hoffnung, Enttäuschung und offene Fragen nebeneinander bestehen können. Entscheidend ist nicht, dass ihr jederzeit dasselbe empfindet, sondern dass ihr auch mit unterschiedlichen Empfindungen gemeinsam vor Gott bleiben könnt.

Anwendung

Gebt eurem gemeinsamen Traum einen ehrlichen Platz, ohne ihn zum Mittelpunkt eurer Beziehung oder eures Glaubens werden zu lassen.

  • Nehmt euch bewusst Zeit und sagt einander: Was wünsche ich mir noch immer – und was hat sich in mir verändert? Hört zu, ohne den anderen überzeugen zu wollen.

  • Formuliert gemeinsam, was ihr konkret tun könnt, solange dieser Wunsch offen ist. Ein sinnvoller nächster Schritt genügt; ihr müsst nicht die ganze Zukunft lösen.

  • Benennt anschließend auch das, was ihr nicht kontrollieren könnt, und übergebt genau diesen Teil Gott. So bleibt euer Wunsch lebendig, ohne eure Hoffnung gefangen zu nehmen.

Euer Ziel ist nicht, heute Gewissheit über den Ausgang zu bekommen, sondern gemeinsam treu weiterzugehen.

Gebet

Vater im Himmel, du kennst unsere gemeinsamen Wünsche und auch die Hoffnungen, über die wir vielleicht schon lange miteinander sprechen. Danke, dass wir dir sagen dürfen, was wir uns wünschen, ohne unsere Zukunft selbst sichern zu müssen.

Hilf uns, geduldig zu bleiben, wenn sich etwas verzögert, und offen zu werden, wenn du unseren Weg anders führst, als wir erwartet haben. Bewahre uns davor, einen bestimmten Traum zum Maßstab deiner Güte zu machen. Schenke uns Verständnis füreinander, besonders wenn wir mit Hoffnung, Enttäuschung oder Ungewissheit unterschiedlich umgehen.

Lehre uns, fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Bedrängnis und beharrlich im Gebet zu bleiben. Lass unsere tiefste Zuversicht nicht an einem bestimmten Lebensplan hängen, sondern an dir. Gib uns Weisheit für die Schritte, die wir gehen können, und Vertrauen für das, was wir nicht in der Hand haben.

In Jesu Namen. Amen.