Tag 14

Geduld miteinander lernen

12 Ziehet nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, 13 ertraget einander und vergebet einander, wenn einer wider den andern zu…

Kolosser 3,12-13 – „12 Ziehet nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, 13 ertraget einander und vergebet einander, wenn einer wider den andern zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch…"

Botschaft

Geduld wird besonders dort geprüft, wo sich etwas wiederholt. Vielleicht erlebt einer von euch eine bestimmte Eigenart längst nur noch als kleine Macke, während sie den anderen zunehmend belastet. Oder einer bemüht sich um Veränderung und hört trotzdem immer wieder, dass es noch nicht genug sei. Dann kann auf beiden Seiten Entmutigung entstehen: Der eine fühlt sich nicht ernst genommen, der andere nicht gesehen in dem, was bereits wächst.

Dabei ist nicht jeder Unterschied ein Problem, das gelöst werden muss. Zwei Menschen dürfen verschieden sein. Gleichzeitig wäre es keine echte Geduld, verletzendes Verhalten, gebrochene Zusagen oder notwendige Veränderungen einfach zu verschweigen. Geduldig miteinander zu sein bedeutet deshalb weder, alles hinzunehmen, noch den anderen ständig unter Veränderungsdruck zu setzen. Es braucht die Demut, manches zu tragen – und die Ehrlichkeit, anderes liebevoll anzusprechen.

Anwendung

Geduld wird greifbar, wenn sie nicht nur ein guter Vorsatz bleibt. Nehmt euch heute einen Punkt vor, an dem ihr bewusster zwischen Verschiedenheit, notwendiger Veränderung und echtem Fehlverhalten unterscheiden wollt.

  • Nennt jeder eine Eigenart des anderen, die ihr nicht verändern müsst, sondern bewusster annehmen und tragen könnt.

  • Sprecht über einen Punkt, der tatsächlich Veränderung braucht. Formuliert dabei nicht nur, was anders werden sollte, sondern auch, wie ihr einander dabei ohne Druck unterstützen könnt.

  • Wenn einer von euch erkennt, dass er Verantwortung übernehmen muss, vereinbart einen konkreten nächsten Schritt statt einer allgemeinen Zusage.

Das Ziel ist nicht, heute alles zu lösen, sondern Wahrheit und Geduld miteinander zu verbinden.

Gebet

Herr, danke, dass du uns kennst und mit großer Geduld an unserem Leben arbeitest. Hilf uns, diese Geduld auch miteinander zu lernen. Gib uns ein weiches Herz für die Eigenarten und Unterschiede, die wir nicht verändern müssen, und bewahre uns davor, den anderen nach unseren eigenen Vorstellungen formen zu wollen.

Schenke uns zugleich Weisheit und Mut, dort ehrlich zu werden, wo Verhalten verletzt, Verantwortung fehlt oder Veränderung notwendig ist. Hilf uns, Wahrheit ohne Härte auszusprechen und Korrektur ohne Stolz anzunehmen. Wo wir einander verletzt haben, lehre uns zu vergeben. Wo Wachstum Zeit braucht, schenke uns Sanftmut und Ausdauer.

Zeige jedem von uns, wo du zuerst am eigenen Herzen arbeiten möchtest. Lass unsere Ehe ein Ort sein, an dem Gnade und Wahrheit zusammengehören und wir einander auf dem Weg mit dir unterstützen.

In Jesu Namen. Amen.