Tag 13
Gemeinsam durch Stürme
Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer wandelst, sollst du nicht verbrennen, und die Flamme soll dich ni…
Jesaja 43,2 – „Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer wandelst, sollst du nicht verbrennen, und die Flamme soll dich nicht anzünden."
Botschaft
Schwere Zeiten prüfen nicht nur eure Kräfte, sondern auch eure Erwartungen aneinander. Vielleicht hofft einer darauf, dass der andere mehr spricht, mehr betet, mehr Zuversicht zeigt oder schneller Entscheidungen trifft. Der andere erlebt dieselbe Situation womöglich völlig anders und hat gerade nicht dieselben inneren Möglichkeiten.
Dann kann leicht der Eindruck entstehen: „Du verstehst nicht, wie schwer das für mich ist.“ Oder: „Warum gehst du so anders damit um als ich?“ Doch unterschiedliche Reaktionen bedeuten nicht automatisch unterschiedliche Liebe oder unterschiedlichen Glauben. Menschen tragen Belastungen verschieden, und auch innerhalb einer Ehe bleibt jeder eine eigene Person vor Gott.
Gerade deshalb braucht ihr in einer Krise nicht Gleichförmigkeit, sondern gegenseitige Achtung. Ihr müsst nicht dieselben Worte finden, dieselbe Stärke zeigen oder im selben Tempo durch den Schmerz gehen. Entscheidend ist, einander nicht zum Maßstab dafür zu machen, wie Leid „richtig“ getragen werden müsse.
Anwendung
In einer schweren Zeit müsst ihr nicht den ganzen Weg auf einmal lösen. Wichtiger ist, dass ihr euch bewusst nicht voneinander entfernt, nur weil ihr unterschiedlich mit der Belastung umgeht.
Fragt einander: „Was würde dir heute helfen, damit du dich mit deiner Last nicht allein fühlst?“ Hört auf die Antwort, ohne sofort zu korrigieren oder eine Lösung anzubieten.
Nennt jeder für sich eine Sache, die ihr gerade nicht kontrollieren könnt, und gebt sie gemeinsam im Gebet an Gott ab.
Achtet in den nächsten Tagen darauf, dem anderen nicht vorzuschreiben, wie er Hoffnung, Trauer oder Erschöpfung zeigen sollte. Begleitet einander dort, wo ihr tatsächlich steht.
Manchmal ist gemeinsames Weitergehen kein großer Durchbruch, sondern die bewusste Entscheidung: Wir bleiben einander zugewandt und vertrauen den ungelösten Teil Gott an.
Gebet
Herr, unser Gott, du siehst, was uns belastet, auch dort, wo wir selbst kaum Worte dafür finden. Du kennst unsere Sorgen, unsere Müdigkeit und die Fragen, auf die wir noch keine Antwort haben. Danke, dass deine Gegenwart nicht davon abhängt, ob unsere Schwierigkeiten schnell verschwinden.
Hilf uns, einander in schweren Zeiten liebevoll beizustehen. Bewahre uns davor, vom anderen dieselbe Art zu fühlen, zu hoffen oder mit Schmerz umzugehen, die uns selbst entspricht. Schenke uns Geduld, wenn einer von uns mehr Zeit braucht, und Aufmerksamkeit für das, was der andere wirklich benötigt.
Wo unsere eigene Kraft nicht reicht, lehre uns, uns an dich zu halten. Trage, was wir nicht tragen können, und gib uns für jeden neuen Tag die Kraft, die wir brauchen. Lass uns mitten im Sturm erfahren, dass wir nicht allein sind und dass deine Treue größer ist als unsere Angst.
Amen.