Tag 11

Gott im Mittelpunkt der Ehe

1 Ein Wallfahrtslied. Von Salomo. Wo der HERR nicht das Haus baut, da arbeiten umsonst, die daran bauen; wo der HERR nicht die Stadt behütet, da wacht der Wächter umsonst.

Psalmen 127,1 – „1 Ein Wallfahrtslied. Von Salomo. Wo der HERR nicht das Haus baut, da arbeiten umsonst, die daran bauen; wo der HERR nicht die Stadt behütet, da wacht der Wächter umsonst."

Botschaft

Zwei Menschen können Gott aufrichtig lieben und trotzdem unterschiedlich beurteilen, was in einer konkreten Entscheidung richtig ist. Einer möchte vielleicht schneller handeln, der andere länger prüfen. Einer empfindet eine bestimmte Möglichkeit als klare Führung, während der andere noch keine innere Gewissheit hat. Gerade dann kann geistliche Sprache ungewollt Gewicht bekommen: „Gott will das so“ klingt stärker als „Ich halte diesen Weg für richtig.“

Für eine Ehe wird es belastend, wenn Gottes Name dort eingesetzt wird, wo eigentlich die eigene Meinung, Erwartung oder Angst ausgesprochen werden müsste. Dann wird nicht mehr gemeinsam vor Gott gesucht, sondern der andere soll sich einer bereits feststehenden Deutung anschließen.

Gott in den Mittelpunkt zu stellen bedeutet deshalb nicht, dass einer von euch für beide festlegt, was Gott möchte. Es bedeutet auch, dem anderen Raum zu lassen, ehrlich zu prüfen, Fragen zu stellen und Verantwortung vor Gott selbst wahrzunehmen.

Anwendung

Wählt eine konkrete Entscheidung oder Priorität, die euch als Ehepaar derzeit beschäftigt. Prüft sie nicht zuerst daran, wer von euch überzeugender argumentiert, sondern daran, ob ihr sie gemeinsam vor Gott verantworten könnt.

  • Benennt eure eigene Sicht ehrlich: Sagt jeweils, was ihr euch wünscht oder wovor ihr euch sorgt, ohne die eigene Position vorschnell als Gottes Willen zu bezeichnen.

  • Prüft gemeinsam an Gottes Wort: Fragt, ob ein biblischer Grundsatz eure Entscheidung klar begrenzt oder in eine bestimmte Richtung weist.

  • Lasst Raum zum Warten: Wenn die Bibel keine unmittelbare Entscheidung vorgibt und ihr noch uneins seid, muss nicht jede Frage sofort gelöst werden. Manchmal gehört auch geduldiges Weiterprüfen zur gemeinsamen Führung Gottes.

Gebet

Herr, du kennst unsere Ehe, unsere Wünsche, unsere Pläne und auch die Bereiche, in denen wir unterschiedlich denken. Wir danken dir, dass wir unser gemeinsames Leben nicht allein tragen und absichern müssen.

Hilf uns, dich nicht nur mit Worten in den Mittelpunkt zu stellen, sondern unsere Entscheidungen wirklich vor dir zu prüfen. Bewahre uns davor, die eigene Meinung mit deinem Willen gleichzusetzen oder geistliche Sprache zu benutzen, um den anderen unter Druck zu setzen. Schenke uns Demut, auf dein Wort zu hören, Geduld miteinander und die Bereitschaft, uns selbst korrigieren zu lassen.

Zeige jedem von uns, wo wir festhalten, kontrollieren oder vorschnell urteilen. Führe uns so, dass unsere Ehe immer mehr unter deiner Herrschaft steht und wir gemeinsam lernen, dir zu vertrauen – auch dann, wenn noch nicht alles klar ist.

Amen.